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Als Martina Steiner vor einem Jahr schwer an Krebs erkrankte, wusste ihre Tochter Kristin vor allem eines: Sie wollte die Versorgung ihrer Mutter nicht allein stemmen. Ihr Weg führte früh zum Palliativteam Oberhausen. Von dort öffneten sich nach und nach weitere Türen.

Martina Steiner hatte ein Lymphom mit Metastasen in Lunge, Niere, Leber und Darm. Ihr Zustand verschlechterte sich erheblich. „Ich hatte mein Leben eigentlich schon aufgegeben“, erinnert sie sich.

Kristin Steiner ist selbst Krankenschwester. Sie wusste deshalb, welche Unterstützung eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung bieten kann, und kümmerte sich um die entsprechende Verordnung. „Mir war ganz wichtig, dass ich das Palliativteam als Unterstützung dabeihabe.“

Die medizinische und pflegerische Versorgung war jedoch nur ein Teil dessen, was die Familie in dieser Zeit brauchte. Martina Steiner zog zu ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und den beiden Enkeln. Krankheit, mögliche Todesnähe und ein komplett veränderter Alltag betrafen plötzlich die ganze Familie.

Dr. Jüntgen vom Palliativteam sprach deshalb mit der Familie auch über weitere Hilfen, worauf die Psychoonkologin Nicole Peters-Bokelmann hinzu kam. Für Martina Steiner entwickelten sich ihre Besuche zu einem Ort, an dem auch Gedanken Platz fanden, die sich anderswo kaum aussprechen ließen. „Da konnte ich wirklich einmal über den Tod sprechen“, sagt sie. „Andere sind bei diesem Thema schnell sehr betroffen. Hier hatte ich Menschen, die damit umgehen konnten.“

Auch Tochter Kristin suchte das Gespräch. Sie wusste nicht, wie sie ihren beiden Söhnen erklären sollte, dass ihre Oma möglicherweise sterben würde. Peters-Bokelmann stellte weitere Kontakte her: zum Sternenzelt für die Begleitung der Familie und zum Ambulanten Hospiz, dessen ehrenamtliche Sterbebegleiterin Ute Urban Martina Steiner kurz darauf besuchte.

So entstand aus einem ersten Kontakt zum Palliativteam Schritt für Schritt eine Unterstützung, die weit über medizinische Fragen hinausging.

Dass Martina Steiner heute keine palliative Versorgung mehr braucht, gehört zur besonderen Wendung ihrer Geschichte. Von der damaligen Zeit ist vor allem eines geblieben: das Wissen, im Ernstfall nicht allein dazustehen. „Falls wieder etwas sein sollte, weiß ich, dass Hilfe da wäre“, sagt Steiner. „Das tut gut.“

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