Heike Jung-Olland gehörte vom ersten Tag an zum Palliativteam Oberhausen und brachte mit der Gründung des Teams viel Erfahrung aus Klinik, Verwaltung und SAPV-Abrechnung mit. So begleitete sie die Entwicklung des Teams über viele Jahre – Ende September verabschiedeten Kolleginnen und Kollegen sie nun in den Ruhestand.
Jung-Olland begann ihren beruflichen Weg als Arzthelferin. Später ließ sie sich zur Bürokauffrau ausbilden und absolvierte zusätzlich eine Ausbildung zur Sekretärin. Sie arbeitete unter anderem im Clemens-Hospital und später im KKO. Anschließend wechselte sie zum Marienpflegedienst und übernahm dort bereits die SAPV-Abrechnung.
Als 2020 die Idee für ein eigenständiges Palliativteam entstand, zögerte sie nicht lange. Christiane Bonatis, die seit der Gründung als Pflegedienstleitung zum Team gehört und damals schon viele Jahre mit Jung-Olland zusammenarbeitete, fragte sie, ob sie ins neue Palliativteam Oberhausen einsteigen wolle. „Ich habe sofort Ja gesagt“, erinnert sich Jung-Olland. Das Vertrauen in die Menschen, die sie aus vielen gemeinsamen Berufsjahren kannte, überwog das Risiko der Gründung. Es sollte sich bewahrheiten.
Und in den folgenden Jahren veränderte sich viel: Das Team wuchs kontinuierlich und zog schließlich an den Max-Planck-Ring in das neue repräsentative Gebäude mit kleinem Teich. „Das war ein beeindruckendes Wachstum – die Mitarbeitenden, die Räume, die Kooperationen. Das Palliativteam ist wirklich toll gereift“, sagt sie.
Am 30. September feierten fast 50 aktuelle und ehemalige Kolleginnen und Kollegen ihren Abschied. Michael Etges, einer der Gründer des Palliativteams, hielt eine Rede, Mitbegründer Dr. Peter Kaup gestaltete ein unterhaltsames Humor-Programm. Für die künftige Rentnerin hatte das Team zudem ein besonderes Fingerfood-Buffet vorbereitet.
Wichtiger als das Programm waren für sie aber vor allem die Begegnungen selbst. Sie traf frühere Weggefährten wieder und kam auch mit Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch, für die im Arbeitsalltag oft wenig Zeit blieb. „Ich habe versucht, mich noch mit möglichst vielen zu unterhalten. Das war wirklich schön“, sagt Jung-Olland.
Seit dem 1. Oktober bestimmt nun ein neuer Rhythmus ihren Alltag. Gemeinsam mit ihrem Mann möchte sie reisen, Fahrrad fahren und mehr Zeit in Italien, Brandenburg oder an der niederländischen Nordsee verbringen. Gleichzeitig zieht es sie wieder stärker ins Ehrenamt. 25 Jahre lang leitete sie eine Frauengruppe in ihrer Gemeinde. Heute engagiert sie sich im Familienbündnis in Dinslaken und kann sich gut vorstellen, künftig auch die „Wunderfinder“ zu unterstützen.
Dazu passt ihr Abschiedswunsch: Statt eines großen persönlichen Geschenks bat Jung-Olland um Geld, das sie nach und nach für soziale Zwecke weitergeben möchte. „Dann kann man immer mal dort etwas hinspenden, wo gerade Bedarf ist.“
Ganz ohne persönliches Geschenk ließ das Team sie dennoch nicht gehen. Eine Kiste mit italienischen Spezialitäten nahm sie ebenfalls mit nach Hause. Und auch Jung-Olland selbst hatte etwas vorbereitet: Für ihre Kolleginnen und Kollegen gab es eine kleine Süßigkeit mit ihrem Porträt und dem Hinweis auf den neuen Lebensabschnitt. Ein ebenso persönlicher wie passender letzter Gruß an das Team, das sie seit seiner Gründung begleitet hat.
