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Zuhören, sich Zeit nehmen, auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen: Für Hanan Abdel Fattah gehört genau das zu einer guten Pflege. Nach 16 Jahren in der stationären Altenpflege hat sie nun beim Palliativteam Oberhausen eine neue Aufgabe gefunden. Hier kann sie ihre langjährige Berufserfahrung einbringen und zugleich neue Wege gehen. Bereits seit August verstärkt die Oberhauserin das Team.

Nach ihrer dreijährigen Ausbildung zur Altenpflegerin arbeitete sie 16 Jahre im Christophoruswerk in Duisburg-Meiderich, unter anderem als Praxisanleiterin. Doch mit den Jahren wurde sie zunehmend unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen. Besonders fehlte ihr die Zeit für die Menschen, die sie betreute. Schließlich entschied sie sich, etwas in ihrem Berufsleben zu verändern.

Eine Weile half die zweifache Mutter in der Bäckerei ihres Mannes aus und nutzte die Auszeit zugleich, sich beruflich neu zu orientieren. An der Paracelsus-Heilpraktikerschule in Essen absolvierte sie dann eine Coachingausbildung zur psychologischen Beraterin. „Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und ich habe dabei auch für mich selbst viel gelernt“, erzählt sie. Bis heute nutzt sie diese Kenntnisse, um Menschen aus ihrem privaten Umfeld beratend zur Seite zu stehen.

Über eine Freundin kam sie schließlich zum Ambulanten Hospiz Oberhausen e.V. Dort absolvierte sie die Qualifizierungen zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin und anschließend zur Trauerbegleiterin. „Mir ging es gut im Leben, und ich wollte gerne etwas zurückgeben“, erzählt sie. Die Beschäftigung mit Sterben und Trauer eröffnete ihr neue Perspektiven auf die Begleitung schwerkranker Menschen und ihrer Angehörigen. Durch ihr ehrenamtliches Engagement lernte sie auch die Arbeit des Palliativteams kennen und bewarb sich.

Seit Ende August besucht Abdel-Fattah die Weiterbildung zur Palliative-Care-Fachkraft an der Oberhausener Hospiz- und Palliativakademie. Bis zum Abschluss im April lernt sie nun die verschiedenen Arbeitsbereiche kennen, begleitet Kolleginnen und Kollegen auf ihren Pflegetouren, unterstützt bei Patientenaufnahmen und übernimmt Aufgaben im Büro. Und schon jetzt spürt sie den Unterschied zu ihrer früheren Tätigkeit. „Hier kann man sich auch mal fünf Minuten Zeit nehmen und den Patienten einfach zuhören. Das war in der stationären Pflege zuletzt kaum noch möglich.“

Auch ihren muslimischen Glauben möchte Abdel-Fattah in ihre Arbeit einbringen. Sie hofft, besonders muslimischen Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen durch den gemeinsamen kulturellen und religiösen Hintergrund zusätzliche Sicherheit geben zu können. Gleichzeitig möchte sie ihr Wissen mit den Kolleginnen und Kollegen teilen. Eine Überzeugung begleitet sie dabei schon seit ihrer Qualifizierung zur Trauerbegleiterin: „Die Trauer verbindet die Menschen, unabhängig von Religion oder Herkunft.“

Wie gut ihr der berufliche Neustart gefällt, bekam auch ihre Familie schnell mit. In den ersten Wochen erzählte sie zu Hause immer wieder begeistert von ihren Erlebnissen im Palliativteam. Daran hat sich bis heute wenig geändert. „Es ist wirklich schön hier“, sagt sie und bringt auf den Punkt, was ihr besonders gefällt: „Der Mensch steht hier wahrhaftig im Mittelpunkt.“

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