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Nach dem Realschulabschluss in Oberhausen führte Delaila Verborgs erster beruflicher Weg nicht in die Pflege, sondern in die Werkstatt. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Kraftfahrzeugmechanikerin mit Fachrichtung Zweiradinstandhaltung und reparierte Motorräder. „Ich wollte verstehen, warum man nur einen Schlüssel umdreht und sich dann alles bewegt“, beschreibt sie ihre Motivation. In einer Zeit, in der Frauen in diesem Beruf noch eine Seltenheit waren, setzte sie sich durch – pragmatisch, neugierig und unbeirrt.

Mit der Familiengründung änderten sich die Prioritäten im Leben und forderten eine berufliche Tätigkeit, die langfristig tragfähig ist. Sie entschied sich bewusst für die Pflege, absolvierte die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin und fand dort schnell ihre fachliche Heimat. Besonders die Begleitung schwerkranker Menschen berührte sie tief. „Mir war sehr früh klar, dass ich in die palliative Richtung gehen möchte“, sagt sie rückblickend.

Um ihr Wissen zu vertiefen und sicherer im Umgang mit komplexen Krankheitsbildern und Therapien zu werden, schloss sie zusätzlich die verkürzte Krankenpflegeausbildung an. Es folgten mehrere Jahre im Krankenhaus, bevor sie schließlich ins stationäre Hospiz wechselte. Dort erlebte sie die Pflege so, wie sie ihr entspricht: nah, würdevoll und mit Zeit für die Menschen. „Ich dachte wirklich, ich bleibe dort bis zur Rente“, erzählt sie.

Und wieder stellte das Leben die Weichen neu. Mit 50 Jahren nahm Delaila Verborg ein Pflegekind bei sich auf. Die Verantwortung für ihre heute vierjährige Pflegetochter machte deutlich, dass Nacht- und Wochenenddienste nicht mehr leistbar sind. Der Wechsel zum Palliativteam Oberhausen wurde so zu einer bewussten Entscheidung – nicht weg von der Pflege, sondern hin zu einer neuen Form davon.

Heute arbeitet Delaila Verborg als SAPV-Fachkraft im Büro der Pflegedienstleitung, koordiniert Neuaufnahmen und bleibt so eng am Patientengeschehen. „Ich darf in meinem Beruf bleiben, den ich wirklich liebe – und gleichzeitig meinem Pflegekind gerecht werden. Das ist ein großes Geschenk“, sagt sie.

Mit ihrer Erfahrung, ihrer Klarheit und ihrer zugewandten Art ist die Oberhausenerin eine wertvolle Bereicherung für das Team – fachlich kompetent, menschlich nah und mit einem Lebensweg, der zeigt, dass Umwege oft genau dorthin führen, wo man gebraucht wird.

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